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Komplexe
Sachverhalte

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Im Zivilprozess entscheidet das Gericht auf der Grundlage dessen, was die Parteien vortragen und beweisen. Was nicht vorgetragen wird, fehlt als Entscheidungsgrundlage. Was die Gegenseite bestreitet, zählt nur, wenn es zur Überzeugung des Gerichts bewiesen wird. Und was in erster Instanz versäumt wird, lässt sich im Regelfall in der Berufung nicht mehr nachholen.

Das hat weitreichende Konsequenzen. Ein Anspruch kann scheitern, obwohl er materiell berechtigt ist – weil eine entscheidende Tatsache fehlt, eine Behauptung nicht hinreichend konkretisiert oder ein erforderlicher Beweis nicht angeboten wurde. Nicht selten entscheidet sich der Ausgang eines Prozesses deshalb weniger an schwierigen Rechtsfragen als an der Qualität des Sachvortrags.

Bei komplexen wirtschaftlichen Auseinandersetzungen liegt genau darin die Herausforderung. Verträge, Korrespondenz, technische Dokumentationen und jahrelange Geschäftsabläufe ergeben noch keinen verständlichen Sachverhalt. Einzelne Vorgänge müssen rekonstruiert, Zusammenhänge erkannt, Widersprüche aufgeklärt werden. Was zunächst nebensächlich erscheint, kann sich als entscheidend erweisen. Und umgekehrt kann eine umfangreiche Auseinandersetzung mit Einzelheiten den Blick auf das Wesentliche verstellen.

Das verlangt mehr als nur ein sorgfältiges Aktenstudium. Jede Branche hat ihre eigenen Abläufe, Gepflogenheiten und wirtschaftlichen Zusammenhänge. Wer sie nicht versteht, kann die Bedeutung einzelner Entscheidungen, Erklärungen oder Geschäftsvorgänge nicht zuverlässig beurteilen.

Hinzu kommen in vielen Fällen technische oder naturwissenschaftliche Fragen, die sich ohne eigenes technisches Verständnis nicht beurteilen lassen. Wer die tatsächlichen Zusammenhänge selbst nicht durchdrungen hat, wird sie auch einem Gericht, dem die betreffende Geschäftswelt fremd ist, kaum verständlich machen können.

„Herr Meier-Greve überzeugt durch seine außergewöhnlich sorgfältige Aufarbeitung der Sachverhalte, seine analytische Denkweise und seine Bereitschaft, sich auch in komplexe naturwissenschaftliche Fragestellungen bis ins Detail einzuarbeiten.“

Prof. Dr. Roland Goertz

Ergründen und Verstehen, was entscheidend ist

Für mich als Prozessanwalt folgt daraus, mir den Sachverhalt zunächst eigenständig zu erschließen – ohne mich auf die Vorauswahl des Mandanten zu verlassen. Ich begnüge mich nicht damit, die Darstellung des Mandanten juristisch aufzubereiten. Ich will die tatsächlichen Vorgänge und ihre wirtschaftlichen Hintergründe selbst ergründen und verstehen, ihre Zusammenhänge erkennen und auch die Annahmen hinterfragen, auf denen die Darstellung des Mandanten beruht.

Erst daraus lässt sich ein Sachvortrag entwickeln, der die entscheidenden Tatsachen herausarbeitet, Widersprüche auflöst und die erforderlichen Beweise gezielt einbezieht. Auch die Fragen an einen Sachverständigen setzen voraus, dass verstanden wurde, worin das tatsächliche Problem liegt und von welchen Voraussetzungen seine Begutachtung ausgehen muss.

Besonders anspruchsvoll wird diese Arbeit in prozessualer Hinsicht, wenn mehrere Vertragsverhältnisse und Verfahren miteinander verflochten sind. Ein Unternehmen verteidigt sich gegen Ansprüche seines Auftraggebers und muss zugleich Forderungen gegen einen Subunternehmer durchsetzen. Derselbe Geschehensablauf wird aus unterschiedlichen Perspektiven beurteilt. Was in einem Verfahren vorgetragen wird, muss auch im anderen Bestand haben. Die einzelnen Streitigkeiten lassen sich dann nur aus dem Verständnis des Gesamtgeschehens heraus überzeugend führen.

„Er hat sich in kürzester Zeit in den höchst komplexen Sachverhalt eingefunden.“

Nico Imér

Am Ende muss aus der Fülle aller tatsächlichen Vorgänge eine Darstellung entstehen, die präzise, schlüssig und beweisbar ist. Und die ein Gericht verstehen kann, ohne die oft jahrelangen Geschäftsbeziehungen, technischen Abläufe oder umfangreichen Projektunterlagen selbst rekonstruieren zu müssen.

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